Eine Route, die jahrhundertelang Kontinente verbindet.
Eine Route, die für Krieg und Frieden sorgt.
Diese eine Route ist das größte globale Sinnbild für einen inter- und transkulturellen Austausch:
 
Die Seidenstraße
 
Es war um das Jahr 200 v. Chr. als bereits bestehende Handelsrouten von China in den Mittelmeerraum miteinander verbunden wurden und unter dem Namen „Seidenstraße“ in die Geschichte eingingen. Doch legten die Händler die 6.400 km, die es mit Kamelen auf dem Weg nach Europa zu überwinden galt, auch weiterhin nicht komplett zurück – sie waren zumeist als Zwischenhändler auf Abschnitten unterwegs. Die Bewältigung der gesamten Strecke hätte damals mehr als zwei Jahre gedauert.
Neben dem namengebenden Stoff wurden Gewürze und Porzellan transportiert. Die Chinesen erwarben dafür Pferde, Wolle und Sklaven aus dem Westen. Es fand ein Austausch der Kulturen statt, auch Missionare waren auf der Seidenstraße unterwegs. So breiteten sich der Buddhismus und das Christentun in Asien aus. Doch auch die Pest erreichte Europa im 14. Jahrhundert über die Handelsstraße. Ein Drittel der Bevölkerung fiel ihr zum Opfer.
Doch wie sah das Leben aus, wenn man entlang der Seidenstraße unterwegs war? Auf den islamisch geprägten Abschnitten der Seidenstraße kehrten die Händel abends in „Karawanserei“ genannten Unterkünften ein. In den chinesischen Wüsten kampierten sie in Oasen. Hier kam es abends, wie überall, wenn Menschen zusammen kommen, zum geselligen Austausch. Viele Händler hatten Volksinstrumente mit auf die Reise genommen. Es wurde gesungen. 
Die Geschichte hat uns gezeigt, dass sie nicht nur miteinander Musik machten. Ihre jeweiligen Instrumente breiteten sich entlang der gesamten Seidenstraße aus, wurden nachgebaut und weiterentwickelt. Beispielsweise die chinesische Guqin, die zur Familie der Zitherinstrumente gehört, kann auf eine Geschichte von mindestens dreitausend Jahren zurückblicken und war im asiatischen Raum weit verbreitet.
Dass die Seidenstraße ab dem 15. Jahrhundert zunehmend an Bedeutung verlor lag vermutlich an der Entdeckung der Seewege. Heute hingegen hat die historische Handelsroute durch das chinesische Infrastrukturprojekt „One belt, one Road“wieder eine große Bedeutung für Politik und Handel. Allein in den letzten fünf Jahren wurden 200 Milliarden Dollar in 2.600 verschiedene Bauprojekte investiert.
Durch das  chinesische Mega-Infrastrukturprojekt “One Belt – One Road” ist die seit dem 15. Jahrhundert sukzessive aufgegebene Handelsroute seit einigen Jahren wieder von großer Bedeutung für Geopolitik und Welthandel. Die traditionelle Route auf dem Festland wurde dabei auf den Pazifik ausgeweitet. Allein in den letzten fünf Jahren flossen 200 Milliarden Dollar in 2.600 verschiedene Bauprojekte in insgesamt 139 Ländern.
Zu ihrer Blütezeit war der Handel auf der Seidenstraße nicht nur ein Austausch kostbarer Güter wie Seide, Gewürze und Porzellan. Er bedingte auch den Austausch von Kulturen und Weltanschauungen. Die Reiseherbergen der Händler - sogenannte Karawanserei - waren Begegnungsorte für Geselligkeit. Das gemeinsame Musizieren und der Transfer vom Wissen um uralte Instrumente ist ein Zeugnis dieser Zeit.
Auf diesen Umbruch reagiert das SILK::ROAD Festival und schafft Wege zum kulturellen Austausch.
SILK::ROAD

Das SILK::ROAD Festival sucht die künstlerische Auseinandersetzung mit dem asiatischen Raum. Alte Traditionen verweben sich mit zeitgenössischen innovativen Darstellungsformen. Seltene Volksinstrumente treten aus ihrem Kulturraum heraus und werden in einem neuen Kontext präsentiert. Installationen, Konzerte und Performances ermöglichen den Rezipient*innen, auf jede überhaupt sinnlich erlebbare Weise den Kulturen der Seidenstraße zu begegnen, Neues zu entdecken und sich fallen zu lassen.
 
Das SILK::ROAD Festival schafft unmittelbare ästhetische Erfahrungen. Alle Sinne werden während der Veranstaltungen angesprochen: Performances, Installationen und Kulinarisches verbinden Tradition und Innovation und machen sie für das Publikum erlebbar. 
Der Fokus liegt auf der Förderung und Verbreitung alter Traditionen in neuen Kreationen. Die Musik als künstlerischer Ausdruck steht im Mittelpunkt, wobei visuelle, auditive, haptische, olfaktorische und gustatorische Elemente die Darbietung ergänzen. Die Inszenierung dieser Erlebnisse erfolgt zudem unter Anwendung innovativer Technologien. Die einzelnen Programmpunkte werden miteinander verbunden und die Grenzen zwischen den einzelnen Stücken verschwimmen. Durch diese Rezeption tritt das Publikum im Unterschied zu klassischen Veranstaltungsformaten in eine aktive Rolle.  
Das SILK::ROAD Festival bildet nicht nur neue Ensembles aus internationalen und in Hamburg lebenden Musiker*innen, sondern kondensiert diese künstlerische Zusammenkunft in eigens für die jeweilige Besetzung zugeschnittenen Kompositionen. Damit ist das Projekt eine Wiege doppelter Innovation. 

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© 2019 by SILK::ROAD Festival | photos by Gerhard Kühne